15. Jan. 2026

NATURBEOBACHTER AUS DER REGION


Der Trompetenbaum, dekorativer Schattenspender, Bienenweide und Klimawandel-Gehölz

Ruth Gestrich-Schmitz

Laubabwerfende Bäume sehen im Winter eher langweilig aus. Doch manche Bäume fallen zu dieser Jahreszeit mit ihren Früchten auf, wie der Gewöhnliche Trompetenbaum, Catalpa bignonioides. Bis ins Frühjahr hängen bis zu dreißig Zentimeter lange, dünne, fast schwarze Fruchtkapseln von den kahlen Ästen, die überdimensionierten Bohnenschoten ähneln, weshalb er auch als Bohnen- oder Zigarrenbaum bezeichnet wird.

Der Name Catalpa ist wahrscheinlich von „Kutulpa“ abgeleitet, mit dem die Muskogee Creek, ein indigenes Volk aus dem Südosten der USA, den Trompetenbaum bezeichnen. Dort ist er auch beheimatet und wächst in Flussauen und Mischwäldern. Nach Europa gelangte der Gewöhnliche Trompetenbaum 1726 und schmückt seitdem Gärten und Parks.

Catalpa bignonioides aus der Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) mit seinem dicken, meist kurzen Stamm bildet eine breit ausladende, unregelmäßige Krone. Er wächst sehr schnell und kann bis zu zwanzig Meter hoch werden. Der Trompetenbaum bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Erst spät im Frühjahr, im Mai/Juni treiben die riesigen, bis zwanzig Zentimeter langen, herzförmigen Blätter aus, die im Herbst leuchtend gelb gefärbt sind. Im Juni/Juli erscheinen attraktive, trompetenförmige, duftende, weiße Blüten mit purpurfarbenen und gelben Zeichnungen im Schlund. Sie locken damit Bienen und andere Insekten an und bieten ihnen reichlich Nektar. Im Spätsommer reifen die langen Fruchtkapseln, die mit Haarbüscheln versehene Samen enthalten. Im folgenden Frühjahr öffnen sich die Kapseln und entlassen die etwa zweieinhalb Zentimeter langen Samen. Catalpa bignonioides ist in Mitteleuropa winterhart, junge Bäume benötigen jedoch in den ersten Jahren einen leichten Winterschutz.

Der Gewöhnliche Trompetenbaum gilt als schwach giftig. In allen Pflanzenteilen außer den Samen kommt Catalpin vor, das bei oraler Aufnahme Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann. Im Holz enthaltene chinoide Substanzen können als Kontaktallergene wirken.

Interessant ist, dass der Trompetenbaum in seiner Heimat eine Symbiose mit Ameisen (Forelius pruinosus) eingeht: Wenn sich die gefräßigen Raupen des Schwärmers Ceratomia catalpae über die Blätter hermachen, sondern Blattdrüsen besonders süßen Nektar ab, der die Ameisen anlockt, und diese bekämpfen dann die Raupen.

Der Trompetenbaum eignet sich hervorragend als Solitärpflanze in Gärten oder Parks. Seine ausladende Krone bietet im Sommer angenehmen Schatten. Er passt auch in kleinere Gärten, denn er eignet sich gut für einen Formschnitt. Dann entwickelt er allerdings nicht seine volle Blütenpracht.

Weil er Sonne und Hitze gut verträgt, gilt er als hervorragendes Klimawandel-Gehölz. Er eignet sich als Straßenbaum, und weil er sich mit anderen Baumarten gut verträgt, kann er in alle Waldbestände problemlos eingemischt werden.

 

voriger Artikel ← | → nächster Artikel

Auswahl nach Erscheinungsdatum

Auswahl nach Themenstichwort

Startseite

zuletzt bearbeitet am 3.II.2026