8. Jan. 2026
NATURBEOBACHTER AUS DER REGION
Winterschlaf im Garten?
Karl Josef Strank
Der Winter gilt vermeintlich als die ruhige Zeit im Garten. Die Blätter sind von den Bäumen gefallen und der Rasen wächst auch nicht mehr. Das Wasser ist abgestellt und die Leitungen sind leergelaufen, damit der Frost ihnen nicht schaden kann. Die Beete sind abgeerntet und der Gärtner kann die Hände in den Schoß legen. Ein schöner Gedanke, aber dem ist nicht so. Es ist immer was zu tun.
Die Sträucher müssen zurückgeschnitten und altes Holz an der Basis entfernt werden. Die Obstbäume benötigen ebenso einen Schnitt. Falls nicht schon geschehen sind die Kronen innen freizuschneiden. Äste die nach innen wachsen oder aneinander reiben und durchgewachsene Wasserschosser sind zu entfernen. Ältere Bäume mit zu viel Fruchtholz können ausgedünnt werden. Für Neupflanzungen ist der Herbst und der frostfreie Winter die richtige Jahreszeit.
Ist der Garten das Jahr über gut bestellt worden, gibt es auch im Winter einiges zu ernten. Grünkohl und Rosenkohl sind jetzt fertig. Porree ebenso. Es gibt Sorten, die es auch noch länger im Winter aushalten. Endivien, Chicorée, Feldsalat, Winterpostelein und als Wurzelgemüse bereichern Schwarzwurzeln und Topinambur den Speiseplan. Wer im oder am Garten die entsprechenden Sträucher gepflanzt oder wachsen hat, kann jetzt Schlehen und Hagebutten ernten. Als Aufgesetzter spricht der Name „Schlehenfeuer“ Bände und Hagebutten sind voller Vitamin C, was unser Körper gerade in der Winterzeit benötigt.
Es ist die Zeit das eigene übers Jahr geerntete Saatgut zu reinigen und zu verpacken. Noch schöner ist es, die Samen- und Blumenkataloge, die um die Weihnachtszeit ins Haus flattern, durch zu stöbern und sich jetzt schon auszumalen, wie der Garten im nächsten Jahr aussehen könnte.
Die abgeernteten Beete sind mit einer Grünsaat einzudecken. Eine Leguminosen- Saatmischung reichert über die Wurzelknöllchen sogar den Boden mit Stickstoff an, was ihn für die Kultur starkzehrender Gemüse im Frühjahr vorbereitet. Der Boden ist im Winter auf jeden Fall bedeckt zu halten. Ernterückstände müssen nicht zwangsläufig gleich auf dem Kompost landen; sie können auch in dichter Packung auf dem Beet verbleiben. Dieser Oberflächenmulch wärmt den Boden und lässt das Leben der Klein- und Kleinsttiere nicht ganz zum Erstarren kommen. Außerdem verhindert er, dass der Regen auf den Boden platscht und die Erdkrume verschlämmt. Im Frühjahr wird der Restmulch dann auf den Komposthaufen gepackt und die humose Gartenerde ist nach einer Lockerung mit Sauzahn oder Grabegabel schnell für die neue Aussaat hergerichtet.
Jetzt ist auch Zeit die Gartengeräte zu reinigen und mit Leinöl einzureiben. Notwendige Wartungen an Geräten wie Rasenmäher, Heckenschere, Motorsäge, Freischneider etc. sind zu machen. Reparaturen, die Anlage neuer Beete, das Aufsetzen oder die Erneuerung von Hochbeeten sind Arbeiten des Winters und des zeitigen Frühjahrs. Nicht zuletzt ist rechtzeitig an die Anzucht auf der Fensterbank, in Frühbeet oder Gewächshaus zu denken.
zuletzt bearbeitet am 3.II.2026